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Mit Demenz ins Krankenhaus – was Angehörige beachten sollten

Müssen Menschen mit einer Demenz ihre gewohnte Umgebung verlassen, dann kann sich das auf ihr Empfinden und damit Befinden besonders nachhaltig auswirken: Sie werden unruhig, sind besonders ängstlich und verunsichert, sie wehren sich gegen alles Fremde, sie werden weinerlich, jammern oder hören ganz auf sich zu äußern oder sie werden laut, verbal aggressiv oder gar handgreiflich.

Kommen sie in ein Krankenhaus, dann bedeutet das für sie eine regelrechte Katastrophe: Die allgemeine Hektik, eine verwirrende Geräuschkulisse, eine schlechte Beleuchtung und für sie nicht durchschaubare Handlungen lassen für sie die Klinikeinlieferung zu einem traumatischen Erlebnis werden.

Ihre demenzbedingten Symptome machen die Betroffenen denn aus Sicht des Klinikpersonals auch zur regelrechten „Störfällen“ in der von Untersuchungen aller Art geprägten Routine einer Notaufnahme oder der Verlegung auf die Station eines Krankenhauses: Denn Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen

  • können ihre eigene akute Krankheit oder Verletzung nicht erkennen
  • haben oft kaum Schmerzempfinden nach Verletzungen oder bei entzündlichen oder schmerzhaften Erkrankungen der inneren Organe
  • können keine/kaum Auskunft geben über sich (Personendaten, persönliche Umstände) oder ihr Befinden
  • können sich der ungewohnten Situation (Fremde fassen mich an) und der fremden und bedrohlich wirkenden Umgebung nicht anpassen
  • lehnen diagnostische oder pflegerische Maßnahmen ab
  • wollen wieder gehen
  • haben einen Schlaf-Wachrhythmus, der nicht kompatibel ist mit der Krankenhausroutine.

Für Angehörige bedeutet die Aufnahme eines demenzkranken Familienmitglieds deshalb eine große Herausforderung, weil sie eine Doppelfunktion übernehmen müssen: Einerseits können nur sie allein dem Betroffenen durch ihre Anwesenheit, durch beruhigende Ansprache, durch gewohnte Gegenstände und vertraute Rituale Sicherheit vermitteln und sie auf diese Weise einigermaßen „kompatibel“ für die Abläufe im Krankenhaus machen.

Auf der anderen Seite sind gleichzeitig ihre besonderen Fähigkeiten gefordert als Dolmetscher und Vermittler gegenüber der Außenwelt, also dem Klinikpersonal, anderen Patienten und deren Angehörigen. Die Deutsche Alzheimergesellschaft e.V. hat für diesen Fall einen Informationsbogen entwickelt, der die Zusammenarbeit von Angehörigen und Pflegepersonal erleichtern kann.

Besonders hilfreich ist es übrigens, wenn ein so genanntes Rooming-in für Angehörige möglich ist, etwa so wie in Kinderkliniken für die Eltern von kleinen Kindern. Fragen Sie unbedingt nach, manche Kliniken bieten diese Möglichkeiten für die Betreuung von demenzkranken Patienten bereits!


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